Warum Männer und Frauen spielen Urinstinkte & Games

17. März 2010

Kennt Ihr noch das Gefühl von damals, wo man den Bauklotzturm nach stundenlangem Aufbauen endlich wieder umwerfen konnte?

Vermutlich werden die meisten Männer diese Frage mit „Ja“ beantworten – und wenn die Frauen jetzt wieder sagen, Männer verhielten sich wie Urmenschen, dann haben sie damit gar nicht mal so Unrecht. Denn beim Spielen treten gerade bei den Männern die Urinstinkte wieder zu Tage, sie üben noch immer ihre Rolle als Jäger.

Doch auch die Frauen fallen in alte Muster zurück. Diese ursprüngliche Rollenverteilung und auch viele weitere vermeintliche Vorurteile finden wir heute bestätigt – in unseren Spielen.

Caveman

Warum Männer gerne spielen

Denken wir als Beispiel mal an einen Mann bei einem typisch männlichen Spiel. Exzessiv versunken ist er, in Blut, Gewalt und Explosionen, getrieben von dem ewigen Drang der Erste zu sein.

Männer in Spielen sind wieder auf der Jagd. Sie konzentrieren sich gänzlich auf ihr Ziel und sind bestrebt gut zu werden, gut in ihrem Handwerk, gut in ihrem Spiel. Schließlich keimt der Wunsch, sich mit anderen zu vergleichen – und so entsteht der Wettbewerb, dessen Trophäe die Dominanz ist. Jeder Mann will das Alphatier sein – notfalls mit Gewalt.

Den Holzhammer rausholen, um damit Probleme zu lösen, ist nicht nur männlich, sondern vermutlich auch näher an der Wahrheit, als das Vorurteil uns glauben machen will. Denn Männer neigen zu „Trial and Error“.

Gut, in wie weit sich diese Methode beim Anpirschen an einen Säbelzahntiger bewährt hat, ist unbekannt. Aber die größten Probleme bot ohnehin die Umgebung, und das Abschätzen von Entfernungen, was sich noch heute in einer Vorliebe für geometrische Rätsel andeutet.

Daraus kann man fünf Punkte folgern, warum Männer gerne Spiele spielen:

  1. Beherrschung
  2. Geometrische Rätsel
  3. Zerstörung
  4. Wettbewerb
  5. „Trial and Error“

Warum Frauen gerne spielen

Dann wollen wir uns den weiblichen Spielern und ihren Spielen widmen – hier bilden Emotionen, Kooperation, Streben nach Harmonie und Gesellschaft einen deutlichen Gegensatz zu den Vorlieben der Männer.

Während Emotionen für Männer meist nur Begleiterscheinung einer Aktion sind, können sie für Frauen das angestrebte Ziel sein. Auch suchen sie stets einen Bezug zwischen dem was sie spielen und der realen Welt. Beides lässt sich mit den Vorfahrinnen in Verbindung bringen, die in der heimischen Höhle das Feuer schürten, die Vorräte verwalteten und den Nachwuchs hüteten. Der Mutterinstinkt ist bis heute erhalten geblieben – und der Wunsch, sich um irgendetwas zu kümmern, spiegelt sich auch in den von Frauen bevorzugten Spielen wieder.

Ebenfalls aus der Höhlengemeinschaft lässt sich ableiten, dass unsere weiblichen Mitmenschen verbale Rätsel bevorzugen. Ein Problem vorrangig in einem Gespräch zu lösen, unterscheidet die beiden Geschlechter. Vermutlich lernen Spielerinnen deswegen auch besser, wenn man ihnen etwas zeigt und sie nicht einfach mit dem Holzhammer drauf losstürmen lässt.

Und damit haben wir auch die fünf Punkte, warum Frauen Spiele spielen:

  1. Emotionen
  2. Dialog und Verbale Rätsel
  3. Real World
  4. Fürsorge
  5. Lernen durch Anschauung

Als Team von United Prototype wollen wir diesen Rätseln auf den Grund gehen um gute Spiele für euch zu entwickeln.

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15 Kommentare

  1. AndySchneider sagt:

    Erinnert mich sehr an den Bartle Test of Gamer Psychology. Vielleicht ja interessant?

    http://www.gamerdna.com/quizzes/bartle-test-of-gamer-psychology

    Ich bin bspw. Socializer Explorer.

  2. Ibrahim Evsan sagt:

    @AndySchneider

    Wir schauen uns das mal an. Danke für den Link.

  3. Sean Kollak sagt:

    Wenn ich spiele, dann um Welten zu erschaffen (und zu beherrschen)

  4. sabinehaas sagt:

    So weit zurück würde ich nicht gehen. Denn zwar kann man viele Motive weit zurückführen, aber das Spiel als Kulturtechnik würde ich eher im Sinne der Aufklärung fassen. Sprich: mit Schiller. Also: “Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.” Denn das Spiel ist dem Wesen nach “zweckfrei”, damit ist der Mensch, der spielt, frei. Das ist bei Männern und Frauen der Hauptgrund, warum sie spielen: Es ist nicht notwendig, keine Pflicht, dient keinem Zweck. (Spielsucht einmal ausgenommen) Und im Rahmen dieses zweck- und angstfreien Raums können alle Arten von Emotionen, Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgelebt werden. Auch die oben genannten. Und die wichtigste Eigenschaft: Die Phantasie. Der Mensch ist im Spiel bei sich und seinen Kräften, dient keiner äußeren Macht, ist geschützt durch klare Regeln und kann dabei nur eins verlieren: Das Spiel. So versteht die Aufklärung das Spiel und ich finde, das ist es auch, was heute noch seinen Kern ausmacht. Der Rest ist Ausgestaltung.. :)

  5. Lars Igl sagt:

    @sabinehaas:
    Also ganz so pflicht- und zweckfrei würde ich das Spielen heute nicht einschätzen.
    Das sehe ich bei mir, meinen Freunden und selbst meiner Freundin, dass eine ganze Menge Ehrgeiz mit im Spiel ist.
    Gerade wenn Spiele Rankings anbieten (Fifa 10 Online, Mafia Wars, Farmville, zynga Poker) möchte man besser sein als seine Freunde (oder auch Feinde – im Sinne von Gegner).
    Das für mich interessante Phänomen dabei ist, dass man ein höheres Level erreichen möchte als seine Freunde, aber ihnen dennoch im Spiel hilft. Durch Geschenke oder Hilfe bei Aufträgen oder Tipps beim abendlichen Bier.
    Dem letzten Teil (man kann nur das Spiel verlieren) stimme ich durchaus zu.

  6. Klemens Weinhaut sagt:

    Wollt ihr jetzt mehr über solche Themen schreiben? Das finde ich sehr gut. Vielleicht könnt ihr ja bald auch mehr Links anbieten?

    Danke. Klemens!

  7. wo kann ich sagt:

    ” Den Holzhammer rausholen, um damit Probleme zu lösen, ist nicht nur männlich, sondern vermutlich auch näher an der Wahrheit,…” – danke! *g*

  8. Lutz Tietze sagt:

    Ich spiele, weil mir eher langweilig ist. Und das auf dem iPhone. :)

  9. iShana sagt:

    Die beiden sehr rudimentär dargestellen “Ursprungsrahmen” der Geschlechter halte ich persönlich für überholt. Vielleicht wäre das noch vor 5 Jahren anders gewesen, und deutlich näher an der Realität. Doch, so schnell sich unsere Technik und die damit einhergehenden Spiele entwickeln, genauso schnell entwickelt sich auch der Anspruch der Spieler, und ich denke dieser ist geschlechtslos :)
    Sicher gibt es allerhand Favorisierungen. Aber kann man die noch am Geschlecht abmachen? Wir haben ja nicht mehr 1990.
    Meines Erachtens, und aus meiner Erfahrung dient das Spielen einem völlig zweckfreiem Grund. Ähnlich wie das Fernsehen. Je nach Tagesverfassung und Gemütszustand (!) wird hier mehr oder minder kontrolliert seinen Phantasien nachgegangen. Ähnlich wie Sabinehaas es bereits geschildert hat.
    Insofern ist der neue Trend, eine Spielesuch, ein neues Phänomen. Die vermeindlich sehr “sozialen” neuen MMORPG erzeugen eine ganz neue, eigene Welt. Auch hier gibt es einige lose Regeln die es zu befolgen gilt. Doch dem Spieler obliegt der große Gestaltungsraum. Alle, wirklich alle – egal ob Mann oder Frau, können sich hier, gemeinsam ihren eigenen individuellen Möglichkeiten hingeben und *dennoch* gemeinsam zu einem Ziel kommen. Das Faktum, dass hier Mann und Frau (natürlich haben sie unterschiedlichen Arten der Auslebung eines Spieles. Ich würde nicht meinen das sie völlig unterschiedlichen Vorstellung von einem Spiel im Generellen haben) auf ihre Weise gestalten können, aber im Kern zusammenarbeiten (ähnlich eben wie im echten Leben) zeigt, dass diese Idee eines Spiel einerseits *vermeindlich* geschlechterspezifisch zu sein schein, und dennoch ein gemeinsames, geschlechterloses Interesse weckt.

    Ich würde sagen, ein grandioser Kassenschlager. Aber auch mit einigen Tücken bestückt.

  10. Tobias sagt:

    Ich würde bei den männlichen Motiven noch “Heldentum” ergänzen, sowie dei den Frauen “Puppenhaus”. Klingt blöd, aber es spielen nun einmal überproportional viele Männer WoW und überproportional viele Frauen Sims. Ich spiele übrigens beides sehr gerne, will aber bei den Sims immer ne ganz tolle Karriere machen :-)

  11. Cooler Beitrag, Danke dafür :). Ich hab das ganze vor drei Jahren mal speziell für Counter-Strike gemacht:

    Sind Frauen schlechter in Counter-Strike?
    http://www.readmore.de/index.php?cont=articles&id=2515&page=1

  12. Heya,

    interessanter Artikel, aber meiner Meinung nach total ueberholt – ich kenne massenweise Frauen, die Shooter spielen, und massenweise Maenner, die Tamagotchis hatten. Viel weiter duerften hier Ansaetze wie etwas Robin D Laws Spielertypen fuehren (da ging’s um klassische Rollenspielen), und die sind nicht nach Geschlechtern getrennt.

  13. Daher verwundert es kaum, dass sich zu jedem erfolgreichen, computerbasierten Game ein entsprechendes Gegenstück aus unserer nicht-digitalen Kindheit finden läßt. (Sofern diese Kindheit vor den 80ern statt fand.)

    Tetris ist wie Bauklötze stapeln, Command&Conquer ist wie mit Soldaten und Panzern im Sandkasten spielen, Sims ist wie Puppenspielen und alle FPS sind wie Fangen oder Räuber und Gendarm.

    Falls noch jemand ein Spiel aus seiner Kindheit kennen sollte, dass noch nicht als Zock auf dem Markt ist – bitte bescheid sagen. Ich bau das dann und fahre die Kohle mit der Schubkarre nach hause.

    Gruß, Peter

  14. Amy sagt:

    Daher verwundert es kaum, dass sich zu jedem erfolgreichen, computerbasierten Game ein entsprechendes Gegenstück aus unserer nicht-digitalen Kindheit finden läßt. (Sofern diese Kindheit vor den 80ern statt fand.)

    Tetris ist wie Bauklötze stapeln, Command&Conquer ist wie mit Soldaten und Panzern im Sandkasten spielen, Sims ist wie Puppenspielen und alle FPS sind wie Fangen oder Räuber und Gendarm.

    Falls noch jemand ein Spiel aus seiner Kindheit kennen sollte, dass noch nicht als Zock auf dem Markt ist – bitte bescheid sagen. Ich bau das dann und fahre die Kohle mit der Schubkarre nach hause.

    Gruß, Peter

  15. Antonia sagt:

    Was jeder sucht ist Entspannung, Ruhe und Spaß. Deshalb spielen Frauen, um sich zu erholen, ganz einfach.

    http://www.1anzeigen.de/wieso-sind-maenner-leicht-zu-haben-_13_1.html
    :)

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  1. Warum Männer und Frauen spielen: Urinstinkte & #Games http://bit.ly/9finLw