Nach vielen Monaten der Namenslosigkeit sind wir stolz, nun endlich den perfekten Namen für unser Spiel gefunden zu haben. Der Weg dorthin war steinig und spannend, und wir möchten euch gerne die ganze Geschichte erzählen.
Vorwort: Was Namensfindung heute so schwer macht
Für Internet-Unternehmen war es nie schwieriger, einen guten Namen zu finden und besetzen zu können als heute. Die teils absurd anmutenden Namen so mancher („Web 2.0“)-Firmen machen das nur zu deutlich. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Domainknappheit und damit verbundener Domainhandel. Mindestens die Hälfte unserer im Verlauf der letzten Monate entstandenen Namensideen fielen der Tatsache zum Opfer, schlicht unbezahlbar teure oder bereits verwendete Domains zu benötigen.
Wir glauben an starke Marken und an gute Namen. Unser Ehrgeiz war von Beginn an, einen weltweit eindeutigen, gut verständlichen, gut klingenden und aussagekräftigen Namen inklusive aller relevanten Domains für uns prägen zu können. Deshalb haben wir nur Namen in unsere Shortlist aufgenommen, deren .com-Domains entweder frei oder offenbar käuflich zu erwerben waren.
Phase 1: Namensideen im Team
Natürlich hat das gesamte Team über die vergangenen Monate verschiedenste Namensideen gesammelt und gemeinsam evaluiert. So richtig glücklich waren wir aber bis dahin mit keiner unserer Ideen – mit einer kleinen Ausnahme: Relativ früh zu Beginn der Spielentwicklung kam uns die Idee zum Namen „5places“, der auf den damaligen Spielaufbau mit seinen „fünf Plätzen“ sehr gut passte, und von vielen Befragten als sehr wohlklingend aufgenommen wurde. Im Laufe der Spielentwicklung hat sich unser Konzept aber von der ursprünglichen Bedeutung zu stark entfernt, als dass der Namen noch gepasst hätte.
Übrigens: Wer ganz genau hinschaut wird auch merken, dass wir diesen Namen bereits vor Monaten als kleines Easteregg in das Formular zur Bewerbung als Alphatester aufgenommen hatten.
Phase 2: Der Wettbewerb
Es lag also nahe, die Community in unsere Namensfindung mit einzubeziehen. Uns war klar: Die geballte Kreativität so vieler würde sicher Tolles hervorbringen. Und wenn letztendlich doch kein Vorschlag unser Favorit werden würde, könnten wir ja immer noch eigene Ideen einbringen.
Der von uns im Juni ausgerufene Wettbewerb zur Namensfindung hat unsere Erwartungen sogar übertroffen: Innerhalb von 2 Wochen wurden über 10.000 Namensvorschläge eingereicht. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Teilnehmern ganz herzlich bedanken!
Doch litten auch die meisten Einreichungen des Wettbewerbs an der Knappheit der Domains, was viele der Vorschläge zu lang und kompliziert oder aber nicht international genug werden ließ. Rückblickend wissen wir, dass wir die Teilnehmer zu mehr Mut bei Namensideen mit vergebenen Domains hätten motivieren sollen.
Nichtsdestotrotz war natürlich so manche Namensperle dabei, und wurde in unsere Shortlist aufgenommen, die in der Zwischenzeit auch noch durch einige eigene Namensideen erweitert wurde.
Phase 3: Meinungsforschung
Mit dieser Shortlist von insgesamt fünf Namensideen hat das gesamte Team in den folgenden zwei Wochen Familie, Freunde und Bekannte überfallen und die Namensideen anhand eines zuvor gut durchdachten Abfrageplans gegengecheckt. Dieser sollte sicherstellen, dass die Namenspräferenz nicht durch den Ablauf des Gesprächs beeinflusst wurde. Dabei war uns wichtig, möglichst viele Meinungen aus der Zielgruppe unseres Spiels und von „ganz normalen Internetnutzern“ zu erhalten.
Die Assoziationen und Meinungen zu den einzelnen Namen wichen dabei teils erschreckend stark voneinander ab und widersprachen sich oft – doch half es uns schlussendlich, die Shortlist von fünf auf drei Namen zu verkürzen.
Phase 4: Click Testing
Da gab es eine Sache, die wir schon immer einmal machen wollten: Die Wirkungskraft eines Namens mit Hilfe von Internetwerbung und Split Testing zu verifizieren.
Die Vorbereitung: Für jede Namensidee ein möglichst neutrales Pseudo-Werbebanner erstellen, bei dem einzig der Name im Vordergrund steht, und mit einer Landingpage verknüpfen. Unser Budget: knapp 1.000 EUR.
Damit haben wir Werbevolumen bei Facebook & ValueClick eingebucht, die Internetnutzer insgesamt knapp 4,5 Mio. mal mit unseren Pseudo-Werbebannern befeuert und mehr als 2.500 Klicks generiert (was typische Facebook-Klickraten sind). Dabei haben wir deutschsprachige, englischsprachige und türkischsprachige Internetnutzer anvisiert, um ein möglichst internationales Feedback zu bekommen. Unser Ziel: Anhand der CTR (Click Through Rate) herausfinden, welcher Banner am häufigsten geklickt wurde.
Die Ergebnisse wiesen deutliche Unterschiede zwischen den drei Ländern auf, waren sich in der Essenz aber doch einig: Wir hatten einen knappen Klick-Favoriten und einen deutlichen Klick-Verlierer. Damit war unsere Shortlist wieder um einen Namen kürzer.
Phase 5: Domainhandel
Nun war es an der Zeit herauszufinden, ob die .com-Domains hinter den beiden Namensideen auch wirklich – zu realistischen Preisen – zu haben waren.
Während wir bei der ersten Domain sehr zügig eine Antwort und einen ordentlichen (4-stelligen) Preis genannt bekamen, ließ die zweite Antwort leider auf sich warten. Auch nach mehrmaligem Nachhaken meldete sich niemand bei uns. Das ist das Frustrierendste beim Domainhandel: Keine Antwort bekommen.
Nach über zehn Tagen des Wartens ergriffen wir unsere letzte Chance auf eine Antwort: Wir schickten ein konkretes (4-stelliges) Preisangebot an den Händler. Und siehe da: Knapp vier Stunden später bekamen wir prompt Antwort – unser Preisvorschlag war anscheinend in Ordnung.
Neben den Hauptdomains spielten für uns auch Länder- und wichtige Falschschreib-Domains eine Rolle – doch auch diese waren in beiden Fällen großteils frei oder sehr erschwinglich (3-stellig) zu haben.
Phase 6: Die finale Abstimmung
Da waren wir nun also. Es hatten sich zwei ebenbürtige Namenskandidaten herauskristallisiert. Der Zeitpunkt der Entscheidung war gekommen, und ein Teammeeting sollte entscheiden, auf welchen Namen wir unser Spiel letztendlich taufen.
Während wir im Vorlauf des Meetings alle noch sehr unsicher waren, für welchen der beiden Namen wir uns nun entscheiden sollten, zeigte sich in der großen Runde schnell ein ganz klarer Favorit – und wurde mit 14 zu 1 Stimme haushoch zu unserem Sieger gewählt.
Endlich! Da war er, unser Name. Und wir waren glücklich. Die anstregende Reise hatte sich gelohnt. Und ohne unsere Hartnäckigkeit gegenüber dem Domainhändler wären wir nicht zu diesem Namen gekommen. Selbst das Teammitglied mit der anderen Namenspräferenz ist mittlerweile großer Fan des Namens.
Fazit: Und… Wie lautet er nun, der Name?
Der hat natürlich einen eigenen Blogpost verdient. Den wir hier um 14 Uhr veröffentlichen werden :-).